Hintergrund
Magie
Im Fürstentum Altenwald gibt es keine klassische Magieausbildung. Schulen, Akademien oder Universitäten für Magier sucht man hier vergebens. Das heißt allerdings nicht, dass es keine Magieanwender gibt. Diese werden in den sogenannten Hexenzirkeln ausgebildet. Besonders hervorzuheben sind die Fähigkeiten der Hexen im Umgang mit Ritual- sowie Beschwörungsmagie, Nekromantie und Zukunftsvorhersage. Wenn man eine Hexe um Hilfe bittet, hilft sie dir selbstverständlich. Doch alles hat seinen Preis, ob du bereit bist, ihn zu bezahlen ist natürlich eine andere Frage. Hexen werden als Behüterinnen von Wissen und Ritualen. Sie werden geschätzt und respektiert. Niemand würde auch nur auf die Idee kommen, eine Hexe auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen.
Den Hexen wird, genau wie den Druiden, im Fürstentum Altenwald, Respekt entgegengebracht. Sie sind die Hüterinnen und Beschützerinnen von Wissen und Geheimnissen und bewahren so die alten Rituale aus einer längst vergangenen Zeit. Sie treten auch mit Geisterwesen in Kontakt und können, je nach Gesinnung, Fluch oder Segen sein. Besonders gefürchtet sind ihre Flüche. Je nach Kreativität der Hexe können die Flüche die betroffenen Menschen mehr oder minder schädigen und gelten als allerletzte Warnung.
Religion
Während in den Nachbarreichen oft ein strenger Glaube herrscht, blieb das Fürstentum Altenwald seiner alten Tradition der Naturverehrung treu. Die Menschen bringen den Flussgeistern Opfergaben dar, bitten Waldfeen um Schutz der Ernte und warnen Kinder davor allein in den Wald zu gehen. Werwölfe, Vampire, Nachtalben sind hier real und man meidet sie. Doch da sie alle Bestandteil des Urprinzips sind, werden sie erst dann gejagt wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt.
Seit die ersten Menschen ihre Höfe und Dörfer im Fürstentum bauten und je mehr sie sich mit dem Land beschäftigten, desto besser verstanden sie die ungeschriebenen Regeln. Diese gelten auch heute noch. Das erste Prinzip, auch Urprinzip genannt lautet: Das Land gibt und es nimmt. Leben und Tod. Alles ist miteinander verbunden und von Lebenskraft durchdrungen. Diese unsichtbare Kraft verbindet Menschen, Tiere, Pflanzen, Flüsse und Steine. Sie sind dieser Kraft unterworfen.
Alles übernatürliche, egal ob es sich um Geister, Feenwesen, Seelentiere, Ahnenerscheinungen oder auch Elementare handelt, sind Erscheinungsformen dieser Lebenskraft. Alles hat seinen Platz und seine Berechtigung in diesem Kreislauf. Wer es wagt diesen Kreislauf zu stören, wird durch diese Wesenheiten bestraft. Nach dem Glauben der Menschen im Fürstentum äußert sich dies in Form von Krankheiten, Missernten, Überflutungen oder auch dem Zorn dieser Wesen.
Wenn dies der Fall ist, wird der nächste Druide oder die nächste Hexe gesucht und kontaktiert. Diese können in den meisten Fällen weiterhelfen. Bei schwerwiegenderen Vergehen wird dann die Schwesternschaft oder der Zirkel hinzugezogen.
Im Fürstentum Altenwald gibt es keine Götterverehrung im klassischen Sinne. Es stehen auch keine Tempel, Kirchen oder Kathedralen in den Städten und Dörfern. Es werden verschiedene Wesen verehrt. Diese Verehrung findet an überall statt. Dies kann ein Baum sein, ein Bach oder auch eine Bergspitze. Wege und Straßen wurden schon umgeleitet und umgebaut, als sich herausstellte, dass sich auf deren geplanter Route ein Ort der Macht befindet. Diese werden regional unterschiedlich dargestellt. Trotz aller regionaler Unterschiede, tauchen immer wieder dieselben Namen auf. Diese gelten als die Hüter des Urprinzips.
Patscha Mama wird als Mutter des Lebens angesehen und verehrt. Sie steht für Fruchtbarkeit, Heilung und Schutz der Familie. Ihre Kraft sieht man in der Natur während des Frühlings und des Sommers. Wenn die Pflanzen, Bäume und Tiere anfangen, sich die Winterkälte abzuschütteln und wieder anfängt zu blühen.
Die Heilkundigen suchen bei ihr oft Rat bei schweren oder langfristigen Krankheiten. Es werden Schutzamulette und Schutzrunen mit dem Symbol der Mistel und Brunnenkresse hergestellt, um sich persönlich dagegen zu schützen. Im Fürstentum Altenwald existiert der Patschabrauch. Wenn man ein neues Haus baut, soll man an dessen Türstock das Symbol von Mistel und Brunnenkresse eingravieren. Dies soll die Bewohner vor bösen Geistern und Dieben beschützen.
Patscha Tata ist der Vater des Himmels. Er ist das Gegenstück zur Patscha Mama. Er ist der strenge Vater, der über Recht, Gesetz und Ordnung wacht. Durch seine kühle Art kontrolliert er den Herbst und Winter, Wind und Schnee sind seine Diener, Blitz und Donner sind ihm Untertan. Die Menschen des Fürstentums fürchten ihn, doch wissen sie, dass es ihn braucht. Unter den wenigen Kriegern genießt er großes Ansehen. Zur Zeit der Stämme wurden ihm sogar Blutopfer dargebracht. Geschichten darüber werden heute nur noch hinter vor gehaltener Hand erzählt, und dienen heutzutage nur noch dazu, um unartige Kinder zur Vernunft zu bringen.
Die Sonne wird als Inti bezeichnet und ist eine der Zwillingsschwestern, die am Himmel zu sehen ist. Sie ist diejenige die das Werk, das ihre Mutter Patscha Mama beginnt, vollendet. Nur durch ihre Kraft können die angebauten Pflanzen wachsen. Inti und Mantu sind die erstgeborenen Kinder von Patscha Mama und Patscha Tata.
Mantu ist die mystische, kalte und geheimnisvolle der beiden Zwillingsschwestern. Sie wird von jenen verehrt die sich mit Sagen und Legenden beschäftigen, die sich mit den Geheimnissen des Fürstentums befassen oder die hoffen ihre eigenen zu verstecken. Sie ist Patscha Tata mehr verbunden als ihrer Mutter.
Die Vier Elemente werden Igni (Feuer), Aqua (Wasser), Tera (Erde) und Aeris (Luft) genannt. Sie sind alle im Kreislauf des Lebens enthalten und sind ebenfalls die Kinder von Patscha Mama und Samin. Sie liegen immer im Streit und doch können sie nicht ohne den anderen. Sie halten sich gegenseitig im Gleichgewicht so das der Kreislauf des Lebens immer weiter geht.
Die Druiden
Die Druiden haben die Rolle der Heiler, Seelsorger, Ratgeber und Vermittler eingenommen. Sie sind im Zirkel „Kreis der Urgeister“ gruppiert. Diese Männer und Frauen stehen dem Volk bei Streitigkeiten, Tod und bei Schlichtungen mit den Naturwesen zur Seite. Es gibt den sogenannten Druidenschwur. Dieser Schwur wird mit der Kraft der Natur besiegelt und gilt als Gesetz. Bisher hat es niemand gewagt diesen Schwur zu brechen. Da der Schwur mit den Kräften der Natur besiegelt wurde, wird sie es auch auf ihre Art und Weise regeln. Und dies ist meistens grausamer als jeder Richtspruch eines weltlichen Gerichts.
Es gibt 2 Wege, um sich zu einem Druiden ausbilden zu lassen. Der einfachste Weg ist, dass ein Druide jemanden in der Kindheit entdeckt und dessen Potential erkennt. Im Zirkel erhält es dann die entsprechende Ausbildung. Diese dauert mehrere Jahre und umfasst allgemeine und spezifische Themen. Am Ende der Ausbildung kennt der Druide sein Seelentier, den Weg, um mit den Naturwesen in Kontakt zu treten und mit diesen zu kommunizieren, sowie die Heilkunde.
Der zweite Weg ist ein wenig komplizierter. Dieser setzt voraus das der Mann oder die Frau willens ist, ein Druide zu werden. Diese Personen haben nicht von Geburt an, das Potential, um ein vollwertiger Druide zu werden. Diese kommen, meist im Erwachsenenalter, zu einem Zirkel und bitten darum ausgebildet zu werden.
Ihnen werden alle grundlegenden Fähigkeiten beigebracht, die nicht mit einem Seelentier oder einem Naturwesen zu tun haben. Einige wenige werden, nachdem sie jahrelang als Heiler tätig waren, von einem Naturwesen kontaktiert, um an einer Prüfung teilzunehmen. Wenn der Anwärter dann die ihm gestellte Aufgabe erfüllt, wird dieses Naturwesen dann dessen Seelentier und gibt ihm somit das Potenzial, um ein Druide zu werden. Das ist jedoch nur wenigen gelungen.
Diese Menschen verlassen dann meist die Druidenzirkel und ziehen als fähige Heilkundige, Bader oder Hebammen umher und versorgen die Bevölkerung.
Feste & Rituale:
Es gibt im Fürstentum Altenwald mehrere Feste und Rituale, die für sämtliche Bewohner gelten. Diese orientieren sich an den Inti- und Mantuwenden und dem Mantukalender. Das heißt, wenn mantu voll am Himmel steht, ist ein Monat vorbei.
Das Lichterfest steht für die Verbundenheit der Familie. Alles wird mit Kerzen, Fackeln, Lichtkugeln und Lichterketten geschmückt. Es wird zusammen gegessen und getrunken und zum Abschluss des Festes wird ein Ritual abgehalten.
Der längste Tag des Jahres wird Sommersonnenwende, und die längste Nacht Wintersonnenwende genannt. Kurz danach beginnen die heißesten Tage (Sommer) bzw. die kältesten Tage (Winter). Vater und Mutter wechseln sich in Ihrer Wache am Himmel ab. Hexen und Druiden erhalten an diesen Tagen ihre Taufe, da die Ausbildung immer an einem der beiden Tagen endet. Die beiden Feste werden immer im sechsten und im zwölften Monat gefeiert.
Das sind die Tage in denen die Tag und Nachtstunden exakt gleich lang sind. Sie markiert den Beginn des Frühlings bzw. des Herbstes. Die Tage variieren jedes Jahr, doch jeder Bewohner kann sagen, dass diese Feste immer im dritten und im neunten Monat jeden Jahres gefeiert wird.
Beim Ahnenfest gedenkt man den Ahnen. Bei diesem Fest wird der Esstisch geschmückt und eingedeckt. Die Ahnen sollen an dem Fest teilnehmen und bei den Verwandten sitzen. Es wird zusammen gegessen, getrunken und gefeiert.
Der Wein
Im Südosten Altenwalds erstrecken sich die Sonnenhügel des Nebeltals. Hier gedeiht die berühmteste Rebe des Landes. Die „Gschaftlerrebe“. Aus ihr entsteht ein Wein, der immer mehr verspricht, als er muss. Und das mit Stolz. Die Reben werden geschützt von alten Steinmauern und den Bäumen an den Wegesrändern. Zwischen den Hügeln verläuft der Gratlerpfad, die große Handelsstraße der fahrenden Völker, auf der Reisende mit Wagen voller Fässer, Flaschen und Geschichten in alle Himmelsrichtungen ziehen. Der Wein dieser Region ist so vielfältig wie ihre Menschen – mal süß wie ein Sommermorgen, mal rau wie der Sturm auf See. Wer ihn trinkt, so sagen die Leute, schmeckt die Seele des Altenwalds.